Die Unterkunft (Meininger Hotel Hauptbahnhof Heidelberg) ist toll und alles hat geklappt. Das Frühstück ist wunderbar und ausgiebig für die Schüler gewesen. An der Rezeption war auch im Zweifelsfall immer jemand da. Leider wurde dem Hotel vorab die Befreiung derToursimussteuer nicht weitergeschickt, sodass ich diese zahlen musste.
Die gebuchte Stadtführung war leider dagegen schlecht. Zwei Stunden ist viel zu lang für eine Schulklasse und unsere Stadtführerin ist mit meiner Klasse nicht wirklich zurechtgekommen. Sie hat zuviel Autorität und zu hohe Aufmerksamkeit eingefordert und konnte mit den Witzen meiner Schüler - die eine lockere Stimmung dadurch erwirken wollten - nicht umgehen. Stattdessen wurde sie pampig. Ein paar Beispiele: Ihre Reaktion auf die Frage meines Schülers, ob sie bereits den goldenen Kreis des Brückenaffens gerieben hat, hat sie damit abgetan, dass sie "ja nicht daran glaube. Wieso sollte sie das dann machen?" Auch fand ich es skurril und unangebarcht, dass sie, nachdem sie von dem Affen als Glückbringer geredet hat, sie die Finger des Affen hervorheben musste, um es als zeichen des Bösen darzustellen. Meine Schüler haben sich dadurch getäuscht gefühlt, da sie jetzt dachten, sie hätten das Böse "gestreichelt". Sobald meine Schüler auch angfangen haben, Fotos von dem Schloss zu machen, als sie auf der Alten Brücke waren, da sie von der Ansicht "geflasht" waren, musste sie uns darauf aufmerksam machen, dass wir uns auf die Mitte der Brücke bewegen und nicht stehen bleiben sollten, da dort der Blick noch besser wäre. Meine Schüler haben das natürlich nach einer kurzen Zeit gemacht, aber sie konnte nicht locker lassen und musste uns die ganze Zeit dazu antreiben, das Fotografieren aufzuhören, um uns endlich zu ihr auf die Mitte der Brücke zu gesellen.
Wir haben von der Altsatdt zudem nicht soviel bzw. das gesehen, wie erhofft. Die Führung hat zu sehr die versteckten Ecken und Kanten der Stadt vorgestellt (wie ein alter Schreibwarenhandel), statt die größeren Sehenswürdigkeiten (wie z.B. die Alte Uni oder die Universiätsbibliothek). Statt bspw. in die Heiliggeistkirche oder in die Jesuitenkirche hineinzugehen, sind wir nur davor stehen geblieben, mit der Begründung u.a., dass wir später alleine dort hineingehen könnten. Jedoch war die Stadtführung dazu gedacht, genau während dieser Zeit diese Attraktionen zu besichtigen, da unser Programm eine private eigenständige Führung dies nicht zugelassen hatte. Dadurch haben wir die Stadt nicht wirklich kennengelernt.
Zudem war der Treffpunkt nicht gut gewählt (Marienbrunnen auf dem Kornmarkt), da nicht bedacht worden ist, dass der Weihnachtsmarkt dort ist. Ich musste die Stadtführerin anrufen, da wir sie nicht gefunden haben. Wie mir zudem (in einem beinahe vorwurfsvollen Ton) mitgeteilt worden ist, habe ich mich mit meiner Klasse auf den hinteren Teil des Weihachtsmarktes/ Platzes eingefunden, wobei sie damit gerechnet hat, dass ich mich vorne hinstellen würde. Woher soll ich wissen, was vorne und hinten ist, wenn ich mich in Heidelberg nicht auskenne? Auch die Tatsache, dass meine Schüler noch Essen zuvor geholt haben (sie waren hungrig und wollten etwas zu Mittag essen), hat die Führerin etwas überfordert, da sie nicht damit gerechnet hat.
Vielleicht sollte man für die kommenden Führungen einen genaueren Standort wählen (wie z.B. vor dem Rathaus?).
Trotz dieser ermüdenden Stadtführung war der Aufenthalt ansonsten angenehm.